Blattfresser
Maikäfer
Im Jahr 2025 blieb der Maikäfer (Melolontha melolonta L.), der episodisch zu einer starken Vermehrung bei Obstpflanzen und Forstgehölzen verantwortlich sein kann, in der Latenz.
Kleinschmetterlinge
Der Graue Lärchenwickler (Zeiraphera griseana), der in den Alpentälern von einem 8-Jahresvermehrungszyklus geprägt ist, hatte nach der Progradation im Jahre 2009/2010 seinen letzten Höhepunkt im Jahre 2011 in Vinschgau, im Großraum von Meran und im Passeiertal mit umfangreichen Vergilbungen der Kronen bei hunderttausenden betroffenen Pflanzen. Der Befall zog nach Osten weiter, hinterließ aber keine bleibenden Schäden. 2017 kehrte der betreffende Kleinschmetterling zyklusgerecht zurück, und zwar im Vinschgau, dort in Graun, wie auch in Tanas auf einer Fläche von etwa 535 ha. Der Befall wiederholte sich auch 2018. Die befallene Wirtspflanze, nämlich die Lärche, reagiert auf den Befall bzw. den Fraß mit der Bildung von weniger schmackhaften Nadeln, was bedeutet, dass durch die abnehmende Nahrungsqualität die Vermehrung des Insekts gestoppt wird. Jetzt befinden wir uns noch in der Latenzphase dieses Insektes.
Von der Lärchenminiermotte (Coleophora laricella), einem weiteren Lärchenspezifischen Kleinschmetterling, gibt es 2025 keine Meldungen von Schädigungen, was auch den negativen Trend der letzten Jahre bestätigt.
Großschmetterlinge
2025 gab es keinen Befall. Grundsätzlich kommt es in Südtirol zu Befallserscheinungen von Großschmetterlingen im Abstand von 10 bis 20 Jahren, vorwiegend in den Niederwäldern, bezogen auf das Etsch- und Eisacktal.
Kiefernprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa)
Der Kiefernprozessionsspinner ist im wärmebegünstigten Teil des Landes ausgebreitet. Er befällt vorwiegend Rot- und Schwarzkiefer, aber auch die Zeder ist eine mögliche Wirtsbaumart. Die Larvenentwicklung dieser mediterranen Schmetterlingsart erfolgt über dem Winter auf den Kronen, wo die auffälligen weißen Nester gebaut werden. Der Wirtsbaum ist in der Lage den Schaden zu verkraften, auch im Falle von Kahlfraß; er wird dadurch aber geschwächt. Man begegnet diesen Larven ausschließlich gegen Ende ihrer Entwicklung, wenn sie die typischen "Prozessionen" bilden, um sich zur Verpuppung in den Boden zurückzuziehen. Die Larven sind mit Brennhaaren versehen, welche sie in Stresssituationen in die Luft freilassen können. Der Kontakt der Haare mit Haut und Schleimhäuten verursacht unangenehme Reizungen und Rötungen und kann bei empfindlichen Personen eine ärztliche Behandlung erforderlich machen.
In bestimmten Fällen sind daher Maßnahmen zur Eindämmung der Population notwendig. Genau dies wurde nach 2 Jahren akuten Befalls im September 2023 in den Schwarzkiefernaufforstungen des Sonnenbergs im Vinschgau durchgeführt. Dort wurde aus der Luft mittels Helikopter die Ausbringung von Sporen des Bacillus thuringiensis durchgeführt. Diese biologische Behandlung ist harmlos für Mensch und Säugetiere und verträglich auch für die meisten Insekten, die sich in jener Jahreszeit in Winterruhe befinden. Der Eingriff war erfolgreich.
Nach zwei Jahren Latenz weist die Population jetzt wieder eine steigende Tendenz auf. Eine weitere Behandlung für das laufende Jahr wird derzeit geprüft.