Holznutzung
In Südtirol dürfen Bäume nur gefällt oder aus dem Wald entnommen werden, nachdem sie zuvor vom Forstpersonal mittels des sogenannten “Forsthammers” gekennzeichnet wurden. Die Auswahl der zu fällenden Bäume erfolgt unter Berücksichtigung der natürlichen Verjüngungsfähigkeit des Waldes sowie mit dem Ziel, die Stabilität, Resilienz und Widerstandsfähigkeit der Waldbestände zu gewährleisten.
Für das Forstpersonal stellt die Holzauszeige zudem eine wichtige Gelegenheit zum Austausch und zur Beratung mit dem Waldeigentümer dar.
Alle Holzauszeigeprotokolle werden regelmäßig in die Datenbank der Abteilung Forstdienst eingetragen und bilden die Grundlage für vielfältige statistische Auswertungen. Diese Daten werden für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder herangezogen.
Holznutzungen (Vfm): 1982-2025
Im oben dargestellten Diagramm ist die historische Entwicklung der Holznutzungen im Zeitraum von 1982 bis 2025 mit der ausgezeigten Holzmenge (Vfm, grüne Balken) und des entsprechenden Hiebsatzes (Vfm, rote Linie) dargestellt.
Der Vorratsfestmeter (Vfm) ist eine Maßeinheit in der Forstwirtschaft zur Bestimmung des Holzvolumens und entspricht einem Holzwürfel mit einer Kantenlänge eines Meters.
Der Hiebsatz bezeichnet die Holzmenge, die im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft jährlich aus dem Wald entnommen werden darf.
Normale Nutzungen vs Schadholznutzung (Vfm): 1995-2025
Bei der Analyse der Nutzungen nach Auszeigegrund zeigt sich, dass die Schadholznutzungen aufgrund von Wind- oder Schneebruch sowie von Schädlingsbefall bereits seit den 1990er-Jahren zunehmen, während die ordentlichen Holznutzungen (normale Auszeige, Pfleghiebe, Wegtrassen und Sonstige) leicht rückläufig sind.
Holznutzungsgründe (Vfm): 1995-2025
Das Diagramm verdeutlicht deutlich die Auswirkungen des Sturms „Vaia“ (Windwurf), der Schneebrüche in den darauffolgenden Jahren und jüngst die Auswirkungen des Schädlingsbefalls durch den Borkenkäfer.
Nutzung nach Baumarten (%): 1995-2025
Die am stärksten genutzte Baumart ist die Fichte mit einem durchschnittlichen Nutzungsanteil von etwa 75 %. In den Jahren 2019 (Sturm „Vaia“), 2022 und 2023 (Borkenkäfer) wurden diesbezüglich Höchstwerte erreicht. Die Nutzung der Lärche liegt bei rund 11 %, während die Weißkiefer einen durchschnittlichen Wert von 7 % aufweist, mit Spitzen im Jahr 2009 und 2020 (Kiefernsterben und Schneebruch). Tanne, Zirbe und Laubholz zeigen sehr geringe Nutzungsanteile, wobei für die Zirbe im Jahr 2016 ein bemerkenswerter Spitzenwert festzustellen ist.
Holzbringungsarten (%): 1995-2025
In Südtirol werden traditionell verschiedene Holzbringungsarten eingesetzt, abhängig von der heterogenen Geländemorphologie und der unterschiedlichen Erreichbarkeit der Waldflächen. Die am weitesten verbreiteten Verfahren sind die Bringung mittels Seilkran, Traktor und Seilwinde. Im Jahr 2019 wurden im Zuge der Aufräumarbeiten auf den großen Flächen, die vom Sturm „Vaia“ betroffen waren, erstmals großflächig hochspezialisierte Maschinen wie Harvester und Forwarder eingesetzt. Zudem ist seit den 1990er-Jahren ein deutlicher Rückgang der manuellen Bringung festzustellen, die heute auf etwa 1 % der insgesamt genutzten Holzmenge reduziert ist.
Ausgezeigte Holzmenge in Bezug auf die Waldbesitzgröße
Im oben dargestellten Diagramm ist die historische Entwicklung der ausgezeigten Holzmenge (Vfm) in Bezug auf die Waldbesitzgröße (ha) in einem Zeitraum von 1995 bis 2025 dargestellt. Alle Stärkeklassen bewirtschaften den Wald aktiv, doch stammt der größte Anteil der Holzmenge von Eigentümern mit einer Waldflächen zwischen 5 und 25 ha.
Datenquelle: Abteilung Forstdienst, aktualisiert am 31.12.2025